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Wer könnte die nächste Moneypenny spielen?

Wer könnte in einem kommenden James Bond-Film die Rolle der Miss Moneypenny übernehmen? Noch ist völlig offen, welche Schauspielerin künftig an der Seite des nächsten 007 zu sehen sein wird. Doch mehrere Namen aus der britischen und internationalen Schauspielszene bringen interessante Voraussetzungen mit und unterscheiden sich deutlich in Alter, Erfahrung und bisherigen Rollen – haben aber allesamt bereits bewiesen, dass sie sowohl dramatische als auch anspruchsvolle oder actionreiche Figuren verkörpern können.


Florence Rose Pugh wurde am 3. Januar 1996 in Oxford geboren und gehört zu den erfolgreichsten britischen Schauspielerinnen ihrer Generation. Ihr Kinodebüt gab sie 2014 in dem Drama „The Falling“. Größere Aufmerksamkeit erhielt sie zwei Jahre später mit ihrer Hauptrolle in „Lady Macbeth“, für die sie mit einem British Independent Film Award ausgezeichnet wurde. Es folgten unter anderem die Miniserie „The Little Drummer Girl“ sowie 2019 gleich mehrere international beachtete Filmrollen. In „Fighting with My Family“ verkörperte sie die Wrestlerin Paige, in Ari Asters Horrorfilm „Midsommar“ spielte sie Dani und in „Little Women“ übernahm sie die Rolle der Amy March. Für „Little Women“ erhielt sie eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin.

Auch im Blockbuster-Kino ist Pugh inzwischen fest etabliert. Als Yelena Belova wurde sie Teil des Marvel Cinematic Universe. Weitere wichtige Rollen übernahm sie unter anderem in Christopher Nolans „Oppenheimer“ als Jean Tatlock und in „Dune: Part Two“ als Prinzessin Irulan. Damit verfügt Pugh sowohl über Erfahrungen im Charakterfach als auch im Actionkino. Eine Moneypenny würde für sie eine weitere markante Rolle innerhalb eines großen Franchise bedeuten.


Lily Chloe Ninette Thomson, bekannt unter ihrem Künstlernamen Lily James, wurde am 5. April 1989 in Esher, Surrey, geboren. Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Guildhall School of Music and Drama in London und begann ihre professionelle Karriere zunächst beim britischen Fernsehen. Größere Bekanntheit erlangte sie als Lady Rose MacClare in der erfolgreichen Serie „Downton Abbey“, in der sie zwischen 2012 und 2015 zu sehen war.

Der internationale Durchbruch gelang James mit der Titelrolle in Disneys „Cinderella“ von 2015. Anschließend zeigte sie ihre Vielseitigkeit in Produktionen wie „War & Peace“, „Baby Driver“, „Darkest Hour“ und „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“. Auch musikalische Rollen gehören zu ihrem Repertoire: In „Mamma Mia! Here We Go Again“ und „Yesterday“ war sie ebenfalls zu sehen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt ihre Darstellung der Pamela Anderson in der Miniserie „Pam & Tommy“. Dafür wurde sie unter anderem für einen Golden Globe und einen Primetime Emmy nominiert. Mit ihrer Erfahrung in historischen Stoffen, Komödien, Dramen und größeren Kinoproduktionen wäre James grundsätzlich mit sehr unterschiedlichen Facetten einer möglichen Moneypenny-Rolle vertraut.


Jessica Henwick wurde am 30. August 1992 in Surrey geboren und ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Autorin und Regisseurin. Ihre familiären Wurzeln verbinden sie mit verschiedenen kulturellen Hintergründen: Ihre Mutter stammt aus einer chinesisch-singapurischen Familie, ihr Vater wurde in Sambia geboren und wuchs in England auf. Henwick absolvierte unter anderem eine Ausbildung am National Youth Theatre.

Ihre Karriere entwickelte sich früh in Richtung internationaler Produktionen. Einem größeren Publikum wurde sie durch ihre Rolle als Nymeria Sand in der Erfolgsserie „Game of Thrones“ bekannt. Anschließend spielte sie Colleen Wing in den Marvel-Serien „Iron Fist“ und „The Defenders“. Auf der Kinoleinwand war sie unter anderem in „Love and Monsters“, „The Matrix Resurrections“, „The Gray Man“ und „Glass Onion: A Knives Out Mystery“ zu sehen. 2023 folgte „The Royal Hotel“. Henwick verfügt damit über Erfahrungen in Fantasy, Action, Science-Fiction und Thriller-Produktionen – Genres, die auch im Bond-Universum eine wichtige Rolle spielen können. Gleichzeitig erweiterte sie ihr kreatives Profil hinter der Kamera. Ihr Kurzfilm „Bus Girl“ markierte 2022 ihr Regiedebüt und wurde für einen BAFTA nominiert.


Emilia Jones wurde am 23. Februar 2002 in Westminster, London, geboren und begann ihre Karriere bereits als Kind. Sie stand zunächst auf der Theaterbühne und war unter anderem in Produktionen des Londoner West End zu sehen. Auch im Fernsehen sammelte sie früh Erfahrungen, unter anderem mit Auftritten in „Doctor Who“ und „Utopia“. Zu ihren frühen Kinofilmen gehören „Brimstone“, „Ghostland“ und „Two for Joy“.

International bekannt wurde Jones vor allem durch ihre Hauptrolle in dem mehrfach ausgezeichneten Drama „CODA“ aus dem Jahr 2021. Darin spielt sie Ruby Rossi, die einzige hörende Person in einer gehörlosen Familie. Für ihre Darstellung erhielt sie unter anderem eine BAFTA-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Auch die Netflix-Serie „Locke & Key“, in der Jones von 2020 bis 2022 zu sehen war, machte sie einem größeren Publikum bekannt. Später übernahm sie unter anderem eine Rolle in der HBO-Serie „Task“.

Jones gehört damit zu den jüngeren Schauspielerinnen dieser Auswahl. Im Vergleich zu den anderen Kandidatinnen befindet sie sich noch am Anfang ihrer internationalen Karriere, konnte aber bereits zeigen, dass sie anspruchsvolle Hauptrollen tragen kann.


Gemma Chan wurde am 29. November 1982 in London geboren. Bemerkenswert ist ihr ungewöhnlicher Weg zur Schauspielerei: Chan studierte am Worcester College der University of Oxford zunächst Jura. Statt eine Karriere als Juristin einzuschlagen, entschied sie sich jedoch für die Schauspielerei und absolvierte eine Ausbildung am Drama Centre London.

Ihre Schauspielkarriere begann in den 2000er-Jahren. Größere Aufmerksamkeit erhielt sie durch ihre Rolle als Anita/Mia in der britischen Science-Fiction-Serie „Humans“. 2018 folgte der internationale Durchbruch mit „Crazy Rich Asians“. Im selben Jahr war sie außerdem als Elizabeth Hardwick in „Mary Queen of Scots“ zu sehen.

Anschließend wurde Chan Teil des Marvel Cinematic Universe. In „Captain Marvel“ spielte sie Minn-Erva, in „Eternals“ übernahm sie die Hauptrolle der Sersi. Weitere Auftritte hatte sie unter anderem in „Don’t Worry Darling“ und „The Creator“.

Chan verbindet damit klassische Schauspielausbildung und internationale Blockbuster-Erfahrung. Ihre elegante Präsenz und ihre Erfahrung mit unterschiedlichen Genres machen sie zu einer Schauspielerin, die sich problemlos in sehr unterschiedliche Rollen einfügen kann.


Hayley Elizabeth Atwell wurde am 5. April 1982 in London geboren und absolvierte ihre Schauspielausbildung an der renommierten Guildhall School of Music and Drama. Sie begann ihre professionelle Laufbahn zunächst auf der Bühne und erlangte u. a. durch „The Duchess“ und die Miniserie „The Pillars of the Earth“, für die sie für einen Golden Globe nominiert wurde, größere Aufmerksamkeit.

Ihren internationalen Durchbruch feierte Atwell 2011 als Peggy Carter in „Captain America: The First Avenger“. Die Figur wurde zu einer ihrer bekanntesten Rollen, erhielt mit der Serie „Agent Carter“ sogar ein eigenes Spin-off und kehrte später mehrfach in Produktionen des Marvel-Universums zurück.

Weiterhin war sie unter anderem in „Cinderella“, „Christopher Robin“ und „Peter Rabbit 2“ zu sehen. Das Action-Genre ist für Atwell allerdings auch kein fremdes: in den letzten beiden „Mission: Impossible“-Teilen arbeitete sie mit Tom Cruise zusammen.

Atwell bringt damit sowohl klassische britische Schauspielerfahrung als auch umfangreiche Franchise- und Action-Erfahrung mit – zwei Elemente, die für eine Figur wie Moneypenny von Bedeutung sein könnten.


Die sechs Schauspielerinnen würden sehr unterschiedliche Voraussetzungen für eine mögliche neue Moneypenny mitbringen. Florence Pugh steht für eine junge, international etablierte Schauspielerin mit großer Bandbreite zwischen anspruchsvollem Drama und Blockbuster-Kino. Lily James verbindet britische TV- und Theatererfahrung mit großen Kinoproduktionen, während Jessica Henwick zusätzlich umfangreiche Erfahrung im Action- und Franchise-Bereich gesammelt hat. Emilia Jones wäre die jüngste und zugleich noch am Anfang ihrer internationalen Filmkarriere. Gemma Chan bringt neben ihrer langjährigen Schauspielerfahrung eine besondere Präsenz und umfangreiche Erfahrungen mit internationalen Großproduktionen mit. Hayley Atwell wiederum kennt das Agenten- und Actiongenre bereits sehr gut und hat mit ihrer Darstellung der Peggy Carter eine Figur mit deutlichen Parallelen zum Spionagekino geprägt.

Welche dieser unterschiedlichen Qualitäten zu einer neuen Interpretation von Moneypenny passen würde, hängt letztlich stark davon ab, welchen Ton die kommende Bond-Reihe einschlagen soll. Die Figur könnte wieder stärker als klassische Vertraute von 007 angelegt sein, aber ebenso eine modernere und eigenständigere Rolle erhalten. Entsprechend lässt sich aus den bisherigen Karrieren keine eindeutige Besetzung ableiten. Fest steht lediglich: Alle sechs Schauspielerinnen haben bereits bewiesen, dass sie anspruchsvolle Figuren tragen können – und jede von ihnen würde der Rolle ihren eigenen Charakter verleihen.

Christian Willenberg